20:12 I Ingrid Kreuzmair

»München, mein liebes München… Seit ca. 3 Wochen wohne ich jetzt länger als die Hälfte meines Lebens hier. Mein erster Gedanke hier oben heute war: ›Mit dem Sonnenuntergang hast du dich heute ja kaum, mit dem Alpenblick überhaupt nicht ins Zeug gelegt.‹ Aber das macht nichts, denn als erstes wird man hier sowieso mit dem wunderbaren Anblick des Müllerschen Volksbades erschlagen. Diese Schönheit! Ich lasse meinen Blick erstmal hier in der Nähe schweifen und stelle fest, dass die Passanten mich von einer Ecke der Kreuzung besonders gut sehen können. Zwei-, dreimal winke ich hinunter. Was die wohl denken, wenn sie mich hier oben sehen? Aber dann wird die weitere Entfernung interessanter für mich. Ich versuche das Dach des Hauses, in dem ich wohne, zu identifizieren. Es ist nicht weit weg, aber es gelingt mir trotzdem nur grob. Ich schaue weiter, versuche so viele Kirchtürme wie möglich zu erkennen und bin von mir selbst überrascht, wie viele ich namentlich benennen kann. Mit der Zeit fällt mir auf, dass es noch mehr Kräne als Kirchtürme gibt. Mein Favorit ist der mit den regenbogenfarbigen Lichtern. Zum Glück ist mein Patenkind nicht mit hier, sie will immer hin, wenn sie einen sieht; da kämen wir heute wohl nicht mehr nach Hause. Mit der Zeit merke ich, dass mich die Nordseite mehr fasziniert als der Süden. Und ich bin erstaunt, wie weit manche Bauwerke doch auseinander stehen die einem ›unten‹ ganz nah beieinander vorkommen. Es ist schön, einfach mal nur zu schauen und nicht zu versuchen, den Moment digital festzuhalten. Als ich abgeholt werde, bin ich fast ein wenig traurig, dass die Zeit so schnell vergangen und schon vorbei ist. Und kurz vor dem Ende legt sich die Sonne dann doch nochmal richtig ins Zeug und zeigt für ein paar Minuten einen knallroten, blendenden Feuerball hinter einer Wolke. Gänsehautmoment…wow! München, Gasteig, Türmer, schön war’s! Ganz herzlichen Dank für dieses tolle Erlebnis über ›meiner‹ Stadt!«