»Etwas ganz Besonderes« – DANKE für ein tolles zweites Austauschtreffen!

Am Abend des 2. Juni trafen sich trotz schönstem Wetter und Pfingstferien fröhliche Türmer*innen und Beteiligte digital, um sich über ihre Erfahrungen bei »Türmer München« auszutauschen. Seit dem ersten Austauschtreffen am 3. März sind drei Monate vergangen und seit dem 8. März türmen die Münchner*innen nicht mehr von zu Hause aus, sondern endlich in dem Aussichtsraum auf dem Dach des Gasteig.

Zum Auftakt lasen die Begleiter*innen Floor, Christiane, Robert, Amelie und Wolfgang Texte aus dem Türmer-Blog und es wurden Bilder eingeblendet. Die Beiträge waren auf Deutsch, Englisch, Französisch, und sogar gereimt, wie der von Türmer Marek: »Im Wolkenmeer gebadet, etwas mehr hätte nicht geschadet«. In kleineren Chat-Rooms ging der Austausch anschließend weiter. Jede*r berichtete von besonderen Momenten, von Regenbögen über der Altstadt, von Entspannung, wie nach einer ganz besonders guten Yoga-Stunde. Türmerin Waltraud feierte ihren Geburtstag auf dem Dach des Gasteig. Türmer Martin hatte sich den 24. Mai als Termin gebucht, um sowohl den 80. Geburtstag von Bob Dylan zu begehen, als auch seiner Mutter zu gedenken, die an diesem 90 Jahre alt geworden wäre.

Bisher haben 346 Personen am Projekt teilgenommen und Wache über ihre Stadt gehalten. Ihre Gedanken kreisen oft um ihre Beziehung zur Stadt und München im Wandel. Türmer Sebastian berichtete von den Erlebnissen seiner Großtante Elsie nach dem Krieg, wie sie vor über 70 Jahren ganz in der Nähe des Gasteig auf ein zerstörtes München blickte, wo er heute eine blühende, friedliche Stadt vor sich hat.

Die Zeit, das Zeitgeschehen spielt weiterhin eine wichtige Rolle, aber auch wie man eine Stunde allein mit sich wahrnimmt. Türmer Jürgen verglich das frühe Aufstehen, die Fahrt zum Gasteig und seine Stunde im Aussichtsraum mit einer Bergbesteigung und dem Gefühl, das man bekommt, wenn man auf dem Gipfel angekommen ist und von dort die Aussicht genießt: »Der Moment, wenn man aus dem Alltag aussteigt und vom Getriebenen zum Entspannten wird.«

Die Tage werden länger – mittlerweile muss man früh aufstehen, um die Stunde am Morgen viertel nach fünf zu starten. Die Abendstunde geht bis nach 21 Uhr. Die Türmer*innen zählen keine Schneeflocken mehr, aber die Wetterlage um sie herum steht weiterhin im Fokus: das Farbenspiel der Sonnenaufgänge und -untergänge, Stürme, Wolkengebilde, Regenbögen.

Auch ein Teil einer Kunstperformance zu sein, Teil einer Gemeinschaft, obwohl man immer noch Abstand halten und die Nähe zu fremden Menschen meiden soll, war Thema der Gespräche. Aus Paris war Joanne Leighton, die Initiatorin des Projekts, zugeschaltet, die diesen Aspekt betonte und allen Teilnehmer*innen ihren Dank ausdrückte. Sie sei unglaublich beeindruckt und berührt, das Projekt aus der Ferne zu beobachten, und im Blog und den sozialen Medien von den Erfahrungen lesen zu können. In dieser außergewöhnlichen Zeit sei es schön zu sehen, wie trotzdem eine Verbindung zwischen Menschen entstehen und man so zusammenkommen könne. Dass das Projekt so Corona-freundlich ist, sei allerdings purer Zufall.

Türmerin Susanne fasste die Eindrücke aller zusammen: »Es kann ja kein Zufall sein, dass es für uns alle hier etwas ganz Besonderes war.« Damit dankte sie auch dem »Türmer München«-Team, das diese Erfahrungen möglich mache.

Mit einem digitalen Prosit wurde der Abend beschlossen. Wir freuen uns sehr auf das nächste Austauschtreffen am 15. September und möchten ebenso unseren ausdrücklichen Dank an alle aussprechen. Auch für uns ist das Projekt etwas ganz Besonderes, zu dem jede Türmerin, jeder Türmer, jede Begleiterin und jeder Begleiter beiträgt. Vielen Dank!

Auf bald
Euer Türmer-Projektteam!

 

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