15:23 Uhr I Finn Rösch

»Als ich das erste Mal aus dem Fenster schaute, überkam mich ein Gefühl, das am besten mit dem eines omnipräsenten Wesens, welches auf die Welt unter ihm schaut, verglichen werden kann. Wenn man so auf die Menschen unter einem schaut, die ihrem Leben nachgehen, Menschen, die man nicht kennt und wahrscheinlich nicht mehr sehen wird, wurde mir erst richtig klar, dass jeder davon die Hauptfigur seines eigenen Lebens und nicht nur eine Nebenfigur in meinem ist. Jede dieser Personen hat einen eigenen Kreis Menschen um sich, so wie ich selber, und könnte sicher etwas Interessantes erzählen. Erst da oben habe ich richtig gemerkt, wie viele Individuen es in München gibt und auch, dass jedem davon ein Lichtpunkt als Zuhause zugeordnet werden kann. Als dann die Sonne langsam unterging und all diese Lichtpunkte langsam erschienen, bemerkte ich auch, wie klein dieser Raum, in dem wir alle zusammen leben, ist. Von unten betrachtet sieht München unheimlich groß aus, von oben betrachtet jedoch überhaupt nicht. Von da oben konnte ich viele Stationen meines Lebens sehen, sei es Ausbildung, Praktikum oder Studium, und sie alle waren sehr nah beisammen. Wenn man so dort oben steht und darüber nachdenkt, vergeht die Zeit so schnell, dass ich gerne noch länger dem bunten Treiben unter mir zugeschaut hätte. Vielen Dank für diese Gelegenheit.«

 

Rösch Aussicht