15:52 Uhr I Diana Knežević

»Erstaunlich, wie diese Stadt ruht und gleichzeitig solch ein Gewusel herrscht. Mal setze ich den Fokus auf das eine, mal auf das andere. In diesem Komfortkubus, in dem ich stehe, duftet es nach Holz, wohlig und warm. Blicke ich vorne raus, überblicke ich das Gewusel und die Ruhe. Blicke ich nach hinten, sehe ich nur eine Wand. Und eine Spiegelung der Stadt. Je weiter ich nach vorne trete, desto mehr weitet sich das Bild, je mehr ich mich von der Wand entferne, desto weniger ist von der Wand zu sehen. Ich bin zwar angenehm fern in diesem Kubus, fern von allem, aber es zieht mich wieder zurück auf den Boden der Tatsachen. So real es sich auch anfühlt, die Realität finde ich nur da draußen. Der Blick auf die Wand und die gespiegelte Stadt kommt mir vor wie der Blick in die Vergangenheit. Was war, war. Und so wie ich es erlebt habe, so projiziere ich es in meine Vergangenheit. Der Blick nach vorne, der spiegelt sich nicht, die Stadt zeigt mir, wie die unmittelbare Zukunft oder die Näherung daran passiert. Grandioses passiert, die Abendsonne und die Wolken komlettieren das einzigartige Bild. Die Stadt lockt mich aus meinem Komfortkubus, hier verharren ist keine Option, zu spektakulär erscheint mir das Leben dort draußen. Das muss meine Gegenwart sein! Das muss ich sein! Das empfinde ich als sinnvoll. Apropos Sinn … 42 Kräne habe ich gezählt. Schaut nach Arbeit aus. Ich pack’s dann mal.
Servus«

 

Diana Knežević Aussicht