17:51 Uhr I Tilman Schalmey

»– Die Zeit verrast –
Am Anfang meiner Türmerstunde begrüßt mich gleißend heller Sonnenschein. Wärme. Holzgeruch. Auf dem Glas, außen, eine Wanze auf Augenhöhe. Es ist fast zu hell noch, um in die Ferne zu blicken, also wandert mein Blick nach unten, auf die Rosenheimer Straße, wo die Schatten länger werden, die Fahrräder, Tretroller, Kinderwägen, Menschen sind bald mehr Schatten als Körper.
Ein Paar unten entdeckt mich, ich winke zurück. Ein bisschen Bühne ist sie schon, die Box, aber auch die Stadt unten – danach bleibe ich – vermeintlich unentdeckt.
Unten grollen die Motoren der endlosen, kriechenden Autokolonne, silber, weiß, schwarz, beige. Repeat. Nur langsam scheint sich die Sonne zu senken und gibt den Blick frei auf den Horizont, die Schatten unten verschwinden, die Körper bleiben, wuseln, fließen.
Vor der Scheibe tanzt nun ein Mückenschwarm im goldenen Licht und die Sonne scheint es plötzlich richtig eilig zu haben. Sie verabschiedet sich mit einem gelb-orangenem Farbspektakel.
Schee war’s! – Ich könnte mich dran gewöhnen.

PS: Danke an Joanne Leighton und das Türmer-Team, die das möglich machen! Und dass ich dabei sein durfte.«

 

Tilman Schalmey Aussicht