17:53 Uhr | Franziska Bader

»Sonnenschein, blauer Himmel mit nur kleinen Wolkenschleiern. Ich gehe im Kasten nach vorne und denke schon WOW! Was für eine Aussicht, und wie viel Glück ich mit dem Wetter hab. In der Vorfreude auf meine Stunde als Türmerin, habe ich dort oben die Erleuchtung erwartet. So war es nicht, Gedanken kamen und gingen. Nichts Besonderes dabei. Aber gerade das ist etwas Besonderes! Zumindest für mich. Wann sonst nehme ich  mir soviel Zeit, nur um zu schauen und zu sein? Geradezu absurd, dass ich so entspannt – vielleicht sogar frei – bin, wo ich auf so ein immenses Gewusel aus Menschen, Rädern &  Autos hinab schaue. Auch die Glockenschläge verdeutlichen das andere ›Sein‹. Der erste war deutlich zu hören. Um 18:15 Uhr der zweite Glockenschlag – erst. Dann hat es mich gepackt, ich genoß einfach den Moment. Halb sieben? Keine Ahnung, nichts gehört. Und nur weil die Stadt schon im Schatten lag, und die Sonne fast verschwunden war, wusste ich, gleich läutet es. Gleich ist meine ganz persönliche Stunde über der Stadt vorbei. Mal schauen, ob ich den Heimweg bewusster wahrnehmen werde, als die Menschen unter mir.

Danke für dieses Erlebnis!«