07:11 Uhr I André Blockinger

»Wo fang ich an? …
Bei meinem Opa hing ein Bronze-Stich in der Küche. Ganz bekanntes Motiv, der Blick vom Gasteig (Anhöhe) runter über die Isar ins Stadtzentrum. Damals noch wenig besiedelt. Vor der Stadt sah man die zweite Stadtmauer und davor Felder und Wiesen. An der Brücke stand ein Pförtner-/Zollhäuschen. Hält man sich dieses Bild vor Augen und vergleicht es mit heute, so wird man überladen mit Eindrücken und Häusern. Das, was vergangen, ist nun nicht mehr. Ist das was Gutes oder was Schlechtes? Diese Frage habe ich mir dort oben häufiger gestellt. Denn bedenken wir, wie dieser Blick in 50 Jahren ausschaut, so haben wir moderne Verkehrsmittel, neue Technologien, mehr Licht, mehr Flugobjekte, mehr sonstwas … Die paar E-Autos, die ich gesehen habe, werden vllt. auch schon am Aussterben sein. Ist das, was kommen wird, was Gutes oder was Schlechtes? Diese Frage habe ich mir in dieser einen Stunde auch bezogen auf mein privates Leben gestellt. Der Bronze-Stich, der heutige Blick und das, was kommen wird. Zeigt Veränderung von uns und der geliebten Stadt München.
Doch, wenn wir genau hinschauen, dann bleibt eines gleich. Die Natur. Die Krähen, die auf der Wetterfahne vom Müllerschen Volksbad sitzen und sich im Winde leicht drehen. Die Bäume an der Isar, die im Sommer grün sind, im Herbst braun und im Winter kahl. Die Wespe, die am Fenster vorbeiflog und nach Unterschlupf vor dem Regen suchte. Und vor allem das Wetter, das Regen bringt und diesen auch wieder fortbringt. So auch heute, wo es mir einen Blick auf den dahinterliegenden bairischen blauen Himmel zeigte. Dort oben habe ich gelernt und es sind Fragen entstanden. Doch die Liebe zu München ist am meisten gewachsen.
Ein stolzer Türmer«

 

André Blockinger Aussicht