Meine Stadt und ich – drittes Türmer-Austauschtreffen

Rund 50 Türmer*innen aus den letzten drei Monaten, deren Begleiter*innen und das Projektteam von Türmer München feierten am 15.9. zum dritten Mal Austauschtreffen – wie gewohnt in digitaler Form, was der persönlichen Atmosphäre allerdings keinen Abbruch tat.

Die Begleiter*innen Tobias, Katrin, Santiago, Ricarda und Wolfgang lasen Auszüge aus den Texten der Türmer*innen vor, die diese jeweils kurz nach ihrer Türmer-Stunde in einem Buch auf dem Gasteig-Dach festhalten. Eine Diashow mit eindrucksvollen Bildern aus dem Aussichtsraum untermalte die Texte, und es kristallisierte sich vor allem ein Thema heraus, das die Türmer*innen dort oben im Aussichtsraum die letzten Monate besonders bewegt hatte: ihre Beziehung zu München, zu ihrer Stadt.

»Ich bin seit über zehn Jahren glücklich vergeben. Aber dieses Date ist besonders. Meine Stadt und ich. Hier bin ich geboren. Hier bin ich aufgewachsen. Hier bin ich groß geworden. Und jetzt stehe ich hier.« schreibt Türmer Markus am 20.7. in das Büchlein auf dem Gasteig-Dach. Und viele weitere Türmer*innen schreiben über ähnliche Auseinandersetzungen mit München – egal ob hier geboren, oder zugereist – sie stellen Fragen oder sogar Forderungen: »Bleib‘ stark, bleib‘ bunt!« ermuntert Türmer Herbert am 5.7. seine Stadt.

Auch in den darauffolgenden Gesprächen unter den Türmer*innen ging es schließlich oft um dieses Thema: Die Türmer Marc und Markus berichteten davon, dass die Stunde zu einem unvergesslichen Erlebnis wurde. Beide leben schon seit vielen Jahren in der Stadt und haben in ihrer Türmer-Stunde erst richtig eine Beziehung aufgebaut, München zu ihrer Stadt gemacht, die Stadt umarmt. Türmer Maximilian ist in München geboren, aber seit vielen Jahren weggezogen, und kam extra für seine Stunde wieder nach München. Und für Türmerin Nicolette und Türmer Markus wurde schon der Weg zum Gasteig Teil der Performance. Der Weg durch die leere Stadt zu ungewöhnlicher Zeit änderte ihren Blick auf die Stadt. »Die Liebe für diese Stadt, Teil dieser wunderschönen Stadt zu sein, das hat mich Tage später noch glücklich gemacht«, beschrieb Türmerin Astrid ihre Eindrücke.

Natürlich durfte auch Urheberin und Initiatorin der Performance, Joanne Leighton, beim Austauschtreffen nicht fehlen, die vor allem eine wichtige Besonderheit ihrer Performance betonte: »Man kann teilnehmen, indem man in dem Aussichtsraum steht, aber auch, indem man hochschaut und die Türmer*innen beobachtet oder im Blog mitliest. Es ist ein Projekt für die gesamte Stadt! Für alle Münchner*innen.« Sie freue sich außerdem, auch endlich bald selbst die Stadt besuchen zu können, da sie bisher aufgrund von Corona nicht vor Ort sein konnte. So erwarten alle Beteiligten gespannt den 12. Dezember 2021, den letzten Tag des Projektes und zugleich Tag der Abschlussperformance – hoffentlich dann live und mit Joanne Leighton vor Ort in München!

Mit vielen Grüßen an die weiteren Städte, in denen gerade ebenfalls Türmer-Performances stattfinden oder in Vorbereitung sind – Kingston upon Hull und Paris – und ausgiebigen gegenseitigen Dankesbekundungen untereinander wurde der Abend feierlich beschlossen.

Wir vom Projektteam freuen uns sehr auf die Abschlusszeremonie am 12. Dezember und möchten auch auf diesem Wege nochmal unseren ausdrücklichen Dank an alle Beteiligten dieses Projekts aussprechen. Auch für uns ist das Projekt etwas ganz Besonderes, zu dem jede*r Türmer*in und jede*r Begleiter*in beiträgt.

Vielen Dank und auf bald,
Euer Türmer-Projektteam!

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