06:19 I Susanna Waldorf

»Die Zeit – am Anfang vergeht sie unendlich langsam. Die Stadt erwacht träge – es regnet – es scheint, als wolle niemand so früh am Sonntag auf die Straße. Ich beobachte eine Taube, 5 Minuten läuft sie am Boden entlang. Die 5 Minuten sind lang. Langsam wird es heller – auch mein Blick erkennt immer mehr. Die Spitze der Templerkirche, das Dach des Sudetendeutschen Museums, Schornsteine, und langsam erscheint durch den aufsteigenden Nebel die Silhouette der Alpen. Es schlägt 7 Uhr – die Glocken versuchen verzweifelt die Stadt zu wecken. Immer lauter immer dringlicher – es passiert aber nichts. Auf einmal rennt die Zeit davon – so viele Varianten von Grün in den Bäumen. Ich will gerne noch bleiben – noch mehr entdecken – das Abenteuerläuft gerade erst an. Danke, dass ich dabei sein durfte.«