06:16 I Rolf Pietsch

»Als erstes: Danke für das einmalige Erlebnis!!

War im Vorfeld aufgeregt. Pünktlich zum Sonnenaufgang in der Türmerbox, blickte ich über meine Geburts- & Heimatstadt. Leider war der Himmel noch wolkenverhangen. Anfangs stand ich noch etwas von der Kante weg. Ein kleiner Marienkäfer auf der Außenseite des Fensters lockte mich an die Kante. Das leise Summen der Lüftung wurde im Lauf der Zeit mehr von dem durch die Sommer-Ferienzeit abgelöst. Irgendwann blieb der Blick an der Uhr gegenüber hängen. Da verging die Zeit eher langsam. Dann begann ich die einzelnen Gebäude der Stadt Stück für Stück für mich zu identifizieren. Blickte Richtung Neuhausen, wo ich geboren wurde. Nach Laim, wo ich lebe. Schließlich in die Maxvorstadt, wo ich 2/3tel meines bisherigen Lebens arbeite. Der Geruch des Holzes kam mir angenehm in den Sinn. Dann begann ich die Gebäude abzuhaken, auf welchen ich schon war und die in meinem Sichtfeld erschienen. Rathaus, Giesinger Kirche, Alter Peter, Frauenkirche, Bayerischer Rundfunk, etc.

Irgendwann riss die Wolkendecke immer mehr auf. Quasi wie ein ›Spotlight‹ erhellte es plötzlich einzelne Punkte der Stadt. Es fing an mit der Sendlinger Kirche, dem Munich 7 und wanderte unberechenbar von einem Ort zum anderen. Irgendwann kamen mir die Kräne in den Sinn. 32 sind es. An allen Ecken wird gebaut. Da verglich ich dann, was alles an alten Gebäuden noch vorhanden ist und wie gut es meist mit dem Neuen harmoniert. Wieder blickte ich Richtung Laim/Neuhausen und stellte mir vor, wie das geplante 150 Meter Hochhaus sich dort einfügen würde. Da es am Rand der Stadt über dem Mittleren Ring liegen würde, könnte ich es mir gut vorstellen. Die Wolkendecke riss kurz vor 7 Uhr in unmittelbarer Nähe auf und strahlte das Deutsche Museum & das Müller’sche Volksbad voll an. Dann kam das Leuten all der Kirchglocken und machte mir Bewusst, wie schnell 45 Minuten Zeit vergangen sind. Ich saugte die nächsten 16 Minuten wie ein Schwamm meine Eindrücke auf. Das was mir am schönsten ab diesem Zeitpunkt erschien: das grüne Band der Bäume entlang der Isar, mit seinem unterschiedlichen Licht. Mit dem Klopfen meines Türmerguides endete das Erlebnis. Und jetzt sitze ich total überwältigt hier in der Stube und schreibe meine Eindrücke nieder. THX 4 all.«