05:59 I Manuela Wittmann

»Als ich heute Morgen aufstand, war ich aufgeregt. Die halbe Nacht plagte mich die Sorge zu verschlafen. Alles klappte – ich hörte den Wecker und war pünktlich. Der Sonnenaufgang übt auf mich eine besondere Faszination aus. Diesen über der eigenen Stadt erleben zu können, ist sagenhaft. Zunächst fielen mir die Vögel, die die Isar entlang zogen auf. Einer von vielen ließ sich gegenüber auf dem Münchner Kindl des Müller’schen Volksbad nieder. Von da ab blieb mein Blick immer wieder am Münchner Kindl hängen. Die Ruhe, das Rauschen des Verkehrs (und in meiner Vorstellung der Isar) haben auch mich, hoch über München, geerdet. Eigentlich wollte ich über das ein oder andere nachdenken. Wann nimmt man sich schon mal eine Stunde? Nachgedacht habe ich wenig, viel mehr habe ich gespürt. Als die Stunde um war, war es wie ein Loseisen, ein Zurückkehren aus einer anderen Realität zurück in die eigene.«