05:14 Uhr I Barbara Fürstenberger

»Der Blick geht erst nach unten, zu den Autos, die nie aufhören zu fahren. In einer Stadt wie München. Doch bald geht der Blick nach oben, über die Straßen. Alles ist wie rausgeputzt, nach dem heftigen Gewitter gestern. Und plötzlich fängt die Stadt zu funkeln an, die regennassen Dächer, die Sonne spiegelt sich in den Fenstern und reflektiert das Licht, die Zeiger der Kirchturmuhren glänzen golden. Mit der Zeit, die Sonne steht höher, beginne ich rauszufinden, wo ich wohne, welche Gebäude ich von hier erkennen kann, wie heißt nochmal diese Kirche? Und in der Ferne die Alpen, da wo ich herkomme. Habe diesen 24. Juni gewählt, mir gewünscht. Heute ist Johanni und in der Nacht von 23. auf 24. werden in den Bergen die Johanni Feuer angezündet. Ein ganz besonderes Ereignis jedes Jahr, die in der Nacht beleuchteten Berge zu sehen. Und ich durfte das leuchtende München betrachten. Auch die Vögel sind jetzt aufgewacht, fliegen umher. Die Stunde ist für mich schon vorbei.«

 

Barbara Fürstenberger Aussicht