20:15 Uhr I Kay Krause

»Gedanken im Vorfeld: Das Wissen um die Aufgabe der Türmer, die wichtige Funktion und jetzt darf ich als Türmerin stehen – aber was mache ich da oben? Wie werde ich mich fühlen? Als eine leere Hülle? Als jemand, der an die alten Traditionen erinnert, sie aber nicht mehr mit Inhalt füllen kann, da die Aufgaben von anderen Institutionen, Instrumenten, etc. ausgeführt werden? Ich war neugierig auf meine Erfahrungen und als das erste Staunen und Schauen wieder Gedanken zuließ, waren da keine. Später erst tauchte die Gewissheit auf, dass mein ›Türmersein‹, mein Wachen sich auf einer anderen Ebene abspielt. Nicht über der Welt, über der Stadt – sondern mittendrin. Wach sein, auf die Gemeinschaft achten, auf Gefahren aufmerksam machen, das kann ich als Türmerin mit beiden Füßen auf dem Erdboden leisten. Diese schöne Erkenntnis ist oben in der Luft gewonnen. Danke für diese Erfahrung. Und danke auch an Barbara für ihre Begleitung. Das Gefühl begleitet zu sein, ist etwas ganz Besonderes.«