19:35 Uhr I Monika

»Es war diesig und die Silhouette der Stadt veränderte sich laufend. Ich habe nicht gedacht, dass ich so gerne nach Norden blicken würde, da konnte ich mich einfach besser orientieren. Nach einer Weile wurde es von dort etwas heller. Markante Bauwerke zeichneten sich besser ab. Und dann fing es an zu regnen, die Farben verrannen auf der Scheibe. Je dämmriger und regnerischer es wurde, desto mehr sah ich meine Silhouette im gerahmten Licht. Die Stadt unten: wie immer vorwiegend mit sich selbst beschäftigt. Drei Mal sah ich, dass ich bemerkt wurde und die Zeit war kurz stehen geblieben. Mir hat das Stehen nichts ausgemacht, sogar ganz vorne an der Kante. Zuletzt verschwand die Stadt immer mehr, rann an der Scheibe nach unten. So war das heute. Im Schreibraum hört man das Konzert, das heute wieder gespielt wird, das rührt mich. Zeit wird’s.«