05:38 Uhr I Susanne Schubert

»Nieselregen, grau, leichte Brise. Bank holiday – die Stadt liegt ruhig zu meinen Füßen, es dauert lange, bis ich das Fließen des Flusses entdecke, ein kleines Rechteck zwischen einem Baum und dem Gerüst der Brücke. Der Fahrradweg aus kleinen weißen Steinchen, mit Zahnlücken den Berg hinunter. Ich möchte den ganzen Tag dort stehen, mich vorwagen wie am Anfang, den Raum erkunden, immer ein Schritt weiter. Wenn die Angst kommt, schaue ich auf den leuchtenden Rahmen, in der Luft vor mir, eine Aureole im Nichts und ich darin – behütet – vom Duft des Holzes, von der feinen Linie, die vor mir leuchtet. Als ich nach einer Stunde gehe, hat das Tageslicht den strahlenden Luftrahmen langsam überdeckt. Er ist verschwunden. Danke.«

13.05.2021 Susanne Schubert Aussicht