06:01 Uhr I Jürgen Karremann

»Viel mehr Glück konnte ich für dieses Erlebnis nicht haben. Ein wunderschöner Tagesbeginn, der Mond noch fast vollumfänglich am Himmel und doch schon recht hell, trocken, ein sonniger Tagesbeginn, ich fühle mich beschenkt. Ich bin irgendwie dem Leben, der Geschäftigkeit, der Umtriebigkeit entzogen, einfach für mich, ich bin entspannt wie selten am Morgen. Ich fühle mich irgendwie unsichtbar, ich sehe alles, niemand sieht mich. Die Menschen müssten nur den Kopf heben, um mich vielleicht zu sehen, sie tun es aber nicht. Ich bin wie in einem vor allem geschützten Raum, die Welt dreht sich unter mir, nichts bezieht mich ein. Es riecht so schön nach Holz in meinem heimeligen Raum. Ich beobachte alles, ohne selbst wahrgenommen zu werden, ich höre Verkehrslärm, es geht mich alles nichts an. Meine Blicke schweifen wohin sie wollen, unbeeinflusst und unbeeindruckt von irgendetwas. Ich sehe zu, wie der Mond von Minute zu Minute blasser wird, verschwindet, wie die Wölkchen rosa sind, blasser werden und ebenso verschwinden. Das Sonnenlicht lässt alles golden erscheinen, später heller und in kälterem Licht. Alles fließt, Vögel fliegen unter mir, Autos, Busse, Fahrräder, Motorräder, Jogger. Ich sehe Dachterrassen, Türme, wo ich auch gerne mal sein würde. Fenster, wo ich neugierig bin, wie es dahinter aussieht, ich bin in Frieden in meinem Raum, bin ruhig und entspannt wie nie um diese Zeit und bin sehr dankbar für dieses Erlebnis, es war eine Form der Meditation für mich. Danke!!«

28.04.2021 Jürgen Karremann Aussicht