19:16 I Mirtha Vogel

»Am Anfang war ich nervös, ich kenne die Stadt gar nicht, ich bin vor 20 Jahren hierhergekommen und dachte: bleibe bestimmt 10 Jahre… Oben angekommen war es sehr heiß im Raum, die Sonne schien direkt, das Holz strömte einen starken Geruch nach Pinien aus. Viele Geräusche: Autos, Mofas, Notfallwägen, Hupen. Die ersten 15 Minuten war ich desorientiert, ist hier Mitte, Norden, Süden??? Ich erkannte sofort das Olympiastadion, die Türme der Frauenkirche, das Deutsche Museum und die dutzenden Baukräne. Mir wurde kurz unwohl, ich bin nach hinten gegangen… der Landtag. Nach 20 Minuten bin ich ruhig geworden und konnte erkennen, dass die Stadt mir fremd ist. Ich kenne nur einen Teil von unten, von oben ist es eine andere Stadt. Langsam fühlte ich mich wohl und dachte an eine Tasse Kaffee, an meine Kindheit und die Tatsache, dass dies mit dem Sonnenuntergang zu tun hat. Wahrscheinlich fahren die Leute nach Hause, es wird ruhig. Die Insekten tummeln sich an der Glasscheibe, die Sonne geht unter, der Himmel ist noch hell leuchtend, Kondensstreifen eines Flugzeugs fliegen in Richtung Sonne. Und ich bin ruhig und gelassen. Die Zeit ist vorbei. Danke für die Erfahrung und viel Erfolg.«