06:17 Uhr I Nina Carvalho

»So viele Gedanken, Eindrücke, neue Blickwinkel und die Zeit verging wie im Flug ganz entgegen meinen Erwartungen. Tatsächlich hatte ich etwas gemischte Gefühle bei der Vorstellung, eine Stunde nur für mich, ohne Ablenkung, nur mit meinen Gedanken zu haben. Gerade morgens vor der Arbeit nehme ich mir so gut wie keine Zeit dafür. Hier oben fällt es mir zunächst auch schwer, all die anstehenden Termine und Aufgaben auszublenden und den wunderbaren Blick auf meine alte/neue Heimat zu genießen. Noch sind fast keine Menschen auf der Straße. Vereinzelte Frühaufsteher. Es ist ein grauer Morgen und der Horizont versinkt im Nebel. Aber der Frühling kündigt sich an, Vögel zwitschern und vereinzelt blühen Bäume. So viele Farben, die bunten Wohnhäuser, senfgelben Kirchen, grünen Dächer. Noch nie habe ich mir die Straßen und Häuser so genau angesehen. Ich fange an, Kirchtürme zu zählen – um die 29. Der Nebel lichtet sich langsam und ich kann ein wenig die Berge sehen. Die Straße wird voller, lauter und meine Alltagsgedanken kehren zurück. Schade, schon vorbei mit der magischen Auszeit! Danke!«