18:54 Uhr I Roman Molz

»1. Akt
Die Stadt performt für dich, du performst für die Stadt – hab ich mir aus dem Vorbereitungsworkshop gemerkt – und wie die Stadt performt! Fußgänger schlendern, hinken, laufen, alleine, zu zweit, Händchen haltend. Radfahrer erklimmen zum Teil mit Tempo und Leichtigkeit, zum Teil mit Müh und Not den gachen Steig. Autofahrer schleichen oder rasen, blinken oder hupen, zum Teil mit offenem Verdeck.

2. Akt

Mit sinkender Sonne rückt der Verkehr in den Schatten und die Häuser und ihre Dächer rücken ins Licht. Vor allem die zahlreichen Türmchen und Türme zeigen sich von ihrer besten Seite. Und plötzlich steh auch ich im Rampenlicht – in meinem Turm. Keine spektakuläre Performance, doch bin ich da und fühle mich auf einmal wie der Protagonist des Schauspiels – ein ergreifender Augenblick.

3. Akt

Nun ist der Himmel dran. Mit all seiner Erfahrenheit führt er die Inszenierung in pompöser Form zum Höhepunkt. Er in hell- bis dunkelblauem Gewand, die Wolken und der Horizont erstrahlen golden und alle Probleme dieser Welt sind vergessen. Der Vorhang fällt, tosender Applaus und herzlichen Dank für dieses Schauspiel!«

09.04.2021 Roman Molz Aussicht1