06:42 Uhr I Beate Roll

»Dämmrig ist es noch… aber die Frauentürme begrüßen mich sofort. Erste Orientierung aus der neuen Perspektive: Oh wie wundersam…die Ludwigskirche erscheint näher am Vierzylinder als an der Theatinerkirche. Ich lasse den Blick hin und her schweifen. Da der Oide Peter… wie aufregend ist es, auf den alten ausgetretenen Holzstufen den Kirchturm zu erklimmen und mutig an der großen Glocke vorbei in der Furcht, dass sie gerade schlägt… Das waren die großen Momente in der Kindheit. Danach eine Leberkässemmel beim Franziskaner Straßenverkauf. In großen Fransen wurde er heruntergeschnitten und mit bloßer Hand in die knusprigen Semmeln gelegt. Leider vorbei. Jetzt blitzt der Zeiger des Oidn Peter in der Morgensonne und München leuchtet! Oh, wie viele glückliche tausende Stunden. Viele Erinnerungen an die Studentenzeit… Jetzt aber fallen mir auch die vielen Baukräne auf… über 20 zähle ich im näheren Blick. Was wird Neues entstehen? Die Seele einer Stadt machen die kleinen Cafés, die schmucken Läden, in denen man Verschiedenes entdecken kann, die Gaststätten, Lokale… und die Menschen aus. So fallen mir fast zu jedem Gebäude und Blick Geschichten ein. Auch der Blick vom hinteren Fenster auf den Friedensengel… Schlittenfahren im Park. Friede über der Stadt. Ach – schon vorbei die Stunde… Schade. Jetzt werde ich gleich zum Chico am Viktualienmarkt gehen und mich mit frischem Saft verwöhnen und hoffen, dass mit den Baukränen die Seele der Stadt bereichert wird.
Love never ends für mein München.«

06.04.2021 Beate Roll Signatur

06.04.2021 Beate Roll Aussicht