06:59 Uhr I Eva Damm

»Was für ein Geschenk: Vollmond und gutes Wetter, also wunderbare Sicht! Am Anfang ist alles fast zu viel: so viele Details, das Herantasten an die Glasscheibe, die Orientierung in der Stadt – seltsam, wie nah beieinander aus dieser Perspektive Orte sind, die man nicht miteinander in Verbindung bringt. Man sieht halt die Berge und die Ludwigsbrücke! Wunderschön waren die in Gold getauchten Bergzüge etwa nach 20 Minuten, sie wurden dann abgelöst von den golden glitzernden Zifferblättern der so vielen Kirchturm- und anderen Uhren. Auch daran konnte man sehen, wie die Stunde vergeht. Schmunzeln machte mich ein Graffiti im gefühlt fünften Stock; alle Menschen wollen wohl gerne über den Dächern der Stadt sein… Ich fühle mich gleichzeitig sehr nah an der Stadt, beobachte Spaziergänger, Hunde, Lastwagen (soo viele Bier-Lastwägen!), Fahrradfahrer, die den Gasteig nicht oder schwer erklimmen. Ich selbst bleibe in meiner Zeit fest stehen, während die Stadt zielstrebig unter mir hindurchzieht: die Kreuzung unter dem Türmer-Turm hat so gar nichts mit mir zu tun, trotzdem sehe ich so viele Kleinigkeiten dort unten. Es macht fast schwindelig, sich diese vielen Seelen in der Stadt vorzustellen, die alle ihren Weg verfolgen. Vielleicht macht das aber auch nur die Höhe? Vielen lieben Dank an alle, die diese Erfahrung möglich gemacht haben, besonders an meine Begleiterin Floor.«

29.03.2021 Eva Damm Aussicht