17:28 Uhr I Annette Leva-Dehm

»Komme gerade aus dem Turm. Nun bin ich auch ein Türmer. 1 Stunde wachen über meiner Heimatstadt. Ich beobachte die Autos, Fahrräder und Fußgänger. Versuche, ihnen zu folgen bis meine Gedanken wieder abschweifen und meine Augen ein neues Ziel im Visier haben. 1 Stunde blicke ich auf die Stadt und es gibt ständig neue Erkenntnisse. Gebäude, welche ich zu kennen glaubte, zeigen plötzlich neue Details. Um 18:00 Uhr fangen die Kirchenglocken an zu läuten. Alles scheint sich in ihrem Takt, ihrem Geläut zu bewegen. Jetzt gehen plötzlich die Lichter an – oder es fällt mir jetzt erst auf, weil es dämmert. Irgendwie liegt nun mein Fokus auf der Straße. Vorher flogen meine Blicke über die Dächer. Bald ist die Stunde zu Ende. Ich könnte gut noch länger bleiben. Aber was habe ich gemacht, eine Stunde? Nachgedacht, geschaut und überlegt. Über nichts und niemanden, über jeden und alles. Ich habe Muse gehabt. Das tut gut. Ich fühle mich herrlich entspannt. Schön! Toll! Ich darf an diesem besonderen Projekt teilhaben. Ich bin ein Türmer. Yeah! Schee war’s!«

22.03.2021 Anette Leva-Dehm Aussicht