17:22 Uhr I Klaus W.

»Schon der Weg zum Gasteig war etwas Besonderes. Bedingt durch den Lockdown hatte ich mal wieder etwas Außergewöhnliches vor. Sonnenuntergang über München. Schneeschauer, Wolken und Regen verzogen sich dann doch rechtzeitig und es war wunderbar. Der helle, nach frischem Holz duftende Raum, das Lichtspiel. Werde ich mich 60 Minuten langweilen? Die Turmuhr des Müllerschen Volksbads gibt mir zeitliche Orientierung. Die weiteren Türme der Stadt lassen mich die räumliche Orientierung greifen. Majestätisch erheben sich die Türme der Frauenkirche, ganz dicht der „Alte Peter“. Wie klein das Zentrum Münchens als es gegründet wurde, war, die Stadtmauer… ein Blick auf die Turmuhr sagt mir, die Zeit vergeht schneller als gedacht. Langeweile nein, sie kommt nicht auf. Auf den Straßen wimmelt es – nicht so wie vor Corona – aber es wälzt sich ein kleiner Autocorso vorwärts durch den Feierabendverkehr. Die Isar mäandert dahin. Man hört in dem Turm nicht viel, mal die Sirene eines Krankenwagens, sonst wirkt die Stadt mal nicht hektisch. Die Blicke schweifen und ich stelle mir vor, dass die Wolken am Horizont die Alpen sind. München, meine Geburts- und Heimatstadt ist schön, wenngleich auch einige hässliche Gebäude das insgesamt tolle Panorama „verschandeln“. Schon über 45 Minuten vergangen; ich habe mich kaum vom Fleck bewegt, mir stattdessen die Nase am Frontfenster platt gedrückt. Ich habe eine Stunde „nur“ geschaut, war zufrieden, hatte Zeit, Muse. Hätte ich nicht von mir gedacht. Ich fühlte mich wie ein Kind, das mit seinen Eltern ein riesiges Bilderbuch – ein Wimmelbuch – anschaut. Die Stadt – spannend, was es da alles zu sehen und zu entdecken gibt. Meine Begleiterin sagte „Freue Dich auf Deine Stunde.“ Allen nach mir sage ich „Freut Euch auf Eure Stunde“. Eine Erinnerung, die lange halten wird! Danke!«

18.03.2021 Klaus W. Aussicht