06:21 Uhr I Cornelia Staib

»Ich habe es schon als 5-jährige geliebt, auf eine Stadt von oben zu blicken und lag meinen Eltern jeden Sonntag in den Ohren, dass ich wieder auf den Fernsehturm möchte. Ich liebe diesen ungewohnten Blick auf etwas so Vertrautes, die Zusammenhänge, die sich plötzlich erschließen. Wie klein die St.-Maximilian-Kirche gegenüber dem Heizkraftwerk ist. Wie niedrig die Theatiner-Kirche gegenüber der Frauenkirche… Zu meinen Füßen ein Strom von Matchbox-Autos, die einen unglaublichen Lärm machen, der je nach Ampelphase an- und wieder abschwillt. Vor meiner Nase tanzen dicke Schneeflocken, von denen immer mal wieder eine an der Scheibe kleben bleibt. Ich beobachte, wie sich die Eiskristalle auflösen und der Wassertropfen langsam verdunstet. Der graue Nebel über der Stadt wird langsam etwas heller, der Strom der Matchbox-Autos dichter, jetzt mischen sich auch mehr und mehr Fußgänger und Radfahrer drunter – und meine Türmer-Stunde geht leider viel zu schnell zu Ende. Danke für dieses besondere Erlebnis!«

18.03.2021 Cornelia Staib Aussicht