16:58 Uhr I Katharina Marton

»2. März, ein Magrittescher Himmel, 17 h, die Sonne noch gleißend; die Hochhäuser in ihrem milden Licht, das schon den herannahenden Abend anzeigt. Abschied nehmen vom Tag, bis zu einer barmherzigen Nacht, einem neuen Tag entgegen.

An Abschiede erinnere ich mich. Wie schmal und gelb Vater unter seinem dunklen Haarschopf ausschaute, als ich ihm das letzte Mal auf Wiedersehen sagte und er mir zunickte, ohne den Kopf vom Kissen zu nehmen, nur indem er die Augen kurz schloss, wie ich nicht nochmal zu seinem Bett ging, sondern einfach die Türe hinter mir zumachte.

Meine Freundin Ina stand, als ich von ihr fortging, auf ihrem Balkon, in einem roten Kleid, und winkte mir noch, erleuchtet wurde ihr Umriss nur von dem Licht, das hinter ihr im Flur brannte. Wie sehr erinnere ich mich an den Duft meiner Katze, wenn ich meine Nase in ihrem Fell begrub.

Eine Stunde voller Erinnerung, und morgen, ein neuer Tag.«

 

Katharina Marton Aussicht