16:32 Uhr I Anne Faulbaum

»Meine Türmerstunde beginnt exakt um 16:32 Uhr bei -4 Grad am Sollner Weiher. Die Sonne scheint und ich habe Glück, ein schönes, windgeschütztes Plätzchen mit Blick auf die zugefrorene Eisdecke gefunden zu haben. Ich war schon oft hier, allerdings noch nie so lange im Winter. Der Weiher ist fast komplett zugefroren und eine Familie mit Kind sowie 2 Freundinnen im Teenageralter laufen Schlittschuh. Ich frage mich, wann ich das letzte Mal an einem Ort war und einfach mal nichts gemacht habe. Ich rechne nach und stelle mit Erschrecken fest, dass das schon 11 Wochen her ist. Da war ich mit meiner Freundin Sandra am Tegernsee und wir haben 2 Stunden auf einer Bank mit Blick über den See auf die Berge gesessen. Die Sonne geht langsam unter und auf der Eisfläche wird es leerer. Die 2 Mädels frieren und wollen schnell nach Hause gehen. Meine Füße frieren auch und wollen trotz der Auf- und Ab-Bewegung so gar nicht warm werden. Die Kirchenglocke läutet. Es muss 17:30 Uhr sein. Noch 2 Minuten und dann ist meine Türmerstunde vorbei. Überraschend kurzweilig war sie, aber auch richtig zapfig kalt.

Fazit aus 60 Minuten bei -4 Grad Celsius – gefühlt waren es aber -10 Grad – zumindest die letzte Viertelstunde:
München, ich werde Dich vermissen, wenn ich im Herbst fortziehe.
Man sollte einfach viel öfter mal an einem Ort sein und schlichtweg rein gar nichts tun.
Ich muss Sandra anrufen, um mit ihr einen Termin zum gemeinsamen „türmen“ auszumachen.«

13.02.2021 Anne Faulbaum Aussicht