07:44 Uhr I Rouven Strauss

»Man blickt nach draußen, in die Weite, über die Stadt hinaus, und je weiter man blickt, desto tiefer sieht man auch in sich selbst hinein.

Sieht die vorüberziehenden Wolken, aus denen sanfter Regen fällt. Erst auf der Haut wird er nass. Die Sonne, vier Minuten früher aufgegangen als gestern, einige Minuten südlicher, bricht hervor und erhellt alles, die Gemüter der Menschen und ihr Antlitz.  Ein in dieser Stunde immer wiederkehrender Gedanke dreht sich um die faszinierenden Fähigkeiten von Pinguinen, über Monate ohne Nahrung der Kälte zu trotzen. Ich spüre recht schnell, wie rasch der menschliche Körper auskühlt und er – wie auch der Geist – zentralisiert. So bin ich sehr überrascht, wie zügig auch die Stunde vorüber ist. Der Wind, aus Südwesten kommend, klingt ab und ich mache mich auf den Weg in den Tag, in die Stadt, über die wir alle wachen.«

30.01.2021 Rouven Strauss Aussicht