15:52 Uhr I Laura Manz

»Ich dachte, die Stunde würde sich länger anfühlen als es dann tatsächlich der Fall war. Ich hab‘ mich dabei beobachtet, wie ich mir Gedanken mache über das, was ich wohl schreiben würde. Vielleicht über das Mädchen im Haus gegenüber, das während der ganzen Zeit am Klavier saß und ich gerne gewusst hätte, welches Stück sie dort übt. Oder über den grauen, bewölkten Himmel, die Dächer, die ich sah, oder meine Gedanken, die stetig um – ehrlich gesagt –fast dieselben Dinge wie den restlichen Tag über auch kreisten. Zwischenmenschliche Beziehungen jeglicher Art, die Spülmaschine, die läuft und bald fertig sein wird, ungewisse Pläne für die Zukunft. Keine sonderlich neuen Erkenntnisse.

Was allerdings sehr befreiend war, das Bedürfnis oder die Gewohnheit, nach dem Handy zu greifen, war kaum existent. Weil es einfach für diese Stunde nicht geplant ist und dankend angenommen wurde. Von mir.

Mir selbst so eine Regel aufzustellen macht es leichter, sie doch zu brechen, als wenn es von außen kommt, daher fühlte sich das gut an. Die digitale Welt einfach zu ignorieren. Ich bin gespannt auf die Türmerstunde im Gasteig! Vielen Dank.«

19.01.2021 Laura Manz Aussicht