8:04 I Andrea Marton

»Ich lebe und türme am südlichen Stadtrand. Auf einer kleinen Anhöhe. Am Acker. Wenige Minuten von meiner Haustüre entfernt. Ein grauer Tag. Kaffee läuft. Schön. Dem Denken beim Still-Werden zusehen. Dann endlich wahr-nehmen. Etwas vereinzelt noch in der Ferne Zivilisationsgeräusche. Dann eine Krähe. Kreist über mir, vor mir, hinter mir. Kräht. Meint sie mich? Es kommen immer mehr dazu. Kreisend. Laut. Über mir. Vor mir. Hinter mir. Momente lang bedrohlich. Wir verbringen einige Zeit miteinander. Wie viel Zeit? Dann verstehe ich: sie sammeln sich nach der Nacht im Wald, rufen sich und ziehen Richtung Stadt. Stille kehrt zurück. Im Außen und Innen. Das scheinbar graue Licht wurde warm. Sonnenaufgang. Im Nebel. Der Alarm des Phones erinnert an die Zeit. Sie ist vergangen, nicht stehen geblieben, auch wenn es Momente lang so schien. Ich gehe heim. Und höre das Rauschen der Autos in der Ferne. Das Rauschen kehrt zurück.

Ich werde das begonnene Jahr nun einmal monatlich … !!! türmen. Mein persönliches Projekt.«

04.01.2021 Andrea Marton Aussicht